PSYCHOANALYSEN

Psychoanalyse beginnt mit der Artikulation dessen, was nicht geht. Jetzt gerade oder immer wieder. In der Zeit der Sitzung wird versucht, kreative, bewährte, allzu vertraute Wendungen, die Notlösungen waren, heute aber zu viel Energie verbrauchen, zu erkennen und aufzulösen. Wichtig dabei ist auch die Zeit zwischen den Sitzungen.

Die Art der Präsenz im psychoanalytischen Arbeiten, Gegenwärtigkeit öffnet auf Ungewohntes hin – auch per Telekommunikation (Telefon, Videotreffen, …).

Ehemals produktive Kompromisse gerinnen oft zu Symptomen, öffnen sich nicht mehr für aktuellen, privaten, geselligen, gesellschaftlichen Austausch, führen zu Überforderung und Überanstrengung, Hyperaktivität, Abschluss nach außen, Verfolgung und anderen im sozialen Umfeld zu stressigen Lösungen.

Hinzu kommt das scheinbare Paradox, dass selbst Schmerz vertraut und genussvoll sein kann.

Und dann?

Meiner Erfahrung nach können Vertrauen, Mut zum Risiko und intelligente Skepsis in der Psychoanalyse wachsen.

Umweglose, rein bewusst rationale Ausrichtung auf konkrete Ziele, auf Effiziens, Perfektion und Selbstoptimierung ist ihr Ding nicht.

Psychoanalyse ist ein Umbau auf hoher See. Sie ist nicht in jeder Sitzung auf schon vorweg umschreibbare Ziele ausgerichtet. An die Stelle von Behandlung im Sinne der Medizin, der Psychotherapie oder der Heilpraktik treten Auflösung und Konstruktion, Begleitung und seitliche Absicherung beim riskanten Umbau, Anreiz für Neugier und Überraschungen.

Honorare, Frequenz und der gesamte Zeitrahmen werden mit Rücksicht auf die individuellen Möglichkeiten abgestimmt.