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Dienstag, 10. Januar 2017 – 20:00 Jüdischer Salon im Café Leonar, Grindelhof 59, 20146 Hamburg Flucht, genauso das Willkommen, ist nicht nur ein geopolitisches Phänomen. Es ist ein Phänomen zwischen Individuen und Gruppen. Flucht verändert psychische Realitäten, lockert, festigt, knüpft, verlängert, verkürzt das soziale Band. Dieses Band, auch die psychische Wirklichkeit der nicht unmittelbar Beteiligten, wird durch den Tod von Flüchtlingen beeinträchtigt. Schon deswegen müssen wir reden. Angst vor Tod und Elend, vor unaussprechlich Bedrohlichem, dem radikal Anderen, kann das Subjekt ins Herumirren treiben, im Realen über Grenzen hinweg, aber auch im Sprechen in der psychoanalytischen Kur. Es braucht medialer, kultureller Praktiken, um den Fern- und Nahsinnen aus der Idiotie der Identität mit sich selbst auf die Sprünge zu helfen – um erfahrungsfähig zu werden und zu bleiben. Susanne Gottlob leitet mit Gedanken zur Flucht ein, Karl-Josef Pazzini spricht mit Farhad Showghi über die Eindrücke, die Spuren von Flucht. Gegen Ende wird Farhad Showghi Gedichte lesen: Die Beschäftigung mit Poesie hilft als Öffnung, Spannung und Trost. Alle sind eingeladen, mitzusprechen. Susanne Gottlob lebt in Hamburg und arbeitet dort als Psychoanalytikerin, forscht und schreibt u.a. zu Aby M. Warburg, zu Schrift, Affekt und Psychose und ist Redakteurin der Zeitschrift RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse. Freud – Lacan. Karl-Josef Pazzini arbeitet als Psychoanalytiker in Berlin, dort in der Psychoanalytischen Bibliothek, hat Lehraufträge an Kunsthochschulen und Universitäten und ist Redakteur der Zeitschrift RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse. Freud – Lacan. Farhad Showghi, geboren in Prag, in der Bundesrepublik und in Iran aufgewachsen, arbeitet als Psychiater, Psychotherapeut, Übersetzer und Autor – u.a. 3-sat- Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (2003) und Norbert- Conrad-Kaser- Lyrikpreis (2006) – in Hamburg. Gastgeber ist Klaus Loebell. Eintrittspreise: Normalpreis: 10 Euro (7,50 Euro für Freundeskreis-Mitglieder / 5 Euro ermäßigt)http://salonamgrindel.de/programm/2017-01-10/flucht-vom-einen-zum-anderen
KStA, 08.09.16
Auf den Schulhöfen verbreite sich zunehmend eine aggressive, hasserfüllte Sprache, sagt die Präsidentin des Bayerischen Lehrerverbandes BLLV, Simone Fleischmann. Der Verband schlägt darum Alarm und hat ein Manifest geschrieben. „Wir beobachten mit größter Sorge, wie sich die Stimmung, die Kommunikation in den sozialen Netzwerken und die alltäglichen Umgangsformen in unserer Gesellschaft verändern“, heißt es in dem Manifest mit dem Titel „Haltung zählt“. „Diese Verrohung des Umgangs wirkt sich auch auf unsere Kinder und Jugendlichen aus.“ Und: „Extreme Gruppierungen und Personen, insbesondere Repräsentanten der Rechtspopulisten und Rechtsextremen, tragen zu dieser Verrohung des Umgangs maßgeblich bei.“
Lehrer beobachteten bei ihren Schülern inzwischen eine „zunehmende Aggressivität gegenüber Andersdenkenden, Ausländern und Flüchtlingen“, sagt Fleischmann – und das gelte nicht nur in Bayern, sondern bundesweit.
Lehrer stellen sich gegen eine Sprache des Hasses
Sprache ist eine besonders heimtückische Waffe. Man kann Menschen an Flughäfen oder vor Konzerten nicht abtasten, ob sie gemeingefährliche Gedanken bei sich tragen. Sprengstoff bietet Sprache dennoch – mit Langzeitfolgen. Seit jeder im Internet ungefiltert seinen Hass herausposaunen kann, hat sich unsere Sprachkultur schleichend verändert. Die Schwellen sind niedriger geworden, zu beleidigen, herabzuwürdigen, zu pöbeln.
Wenn nun also Lehrer mit Sorge beobachten, dass die Schüler sprachlich verrohen, ist das kein reines Schul- sondern ein Gesellschaftsphänomen. Und zwar auch das Resultat einer Mediengesellschaft, in der Draufhauen oder Abfeiern tausendmal mehr Klicks bringen als differenziertes Abwägen oder Nachdenken. Wundert es irgend jemanden, dass Kinder und Jugendliche besonders anfällig für solche Vereinfachungen und Provokationen sind?
Fiese Kommentare, hämische Bemerkungen, tendenziöse Nachrichten und Bilder – all das droht gerade Normalität zu werden, über die man bestenfalls die Schultern zuckt. Die üblichen unflätigen Netz-Trolle halt. Doch der Aufschrei der Lehrer zeigt: Das ist längst kein Nischen-Phänomen einiger Radikaler mehr.
Die Schulen müssen hier gegensteuern, das ist klar. Aber wie? Sich gegen einen gesellschaftlichen Trend zu stellen, ist eine Sisyphos-Aufgabe. Es ist für viele Lehrer schon unerträglich, die täglichen Beschimpfungen und Hass-Attacken überhaupt auszuhalten – egal ob sie ihnen selbst gelten oder Kollegen und Mitschülern.
Insofern wirkt das Manifest des Bayerischen Lehrerverbands genauso hilflos, wie es ist. Es ist wohl trotzdem der einzig mögliche Weg, die Öffentlichkeit aufzurütteln.
VON KERSTIN MEIER
An alle, die nicht da sein konnten, aber etwas hören möchten!am 3. Juni 2016 fanden weitere Gespräche zur Flucht aus psychoanalytischer Perspektive in Kooperation DES RISS und der PsyBi statt Einladung Flucht RISS Juni 2016- 2
Kunstpädagogische Positionen #unicologne 20.4.16 Pazzini: Pornographie als Bilddidaktik https://t.co/Txdz1V82gz #kunst #liebe2016 @kajottpe
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Bringt die Pornographie eine Präsentation und Repräsentation der Sexualität hervor? Ist die gegenwärtige Form eine „eigenständige“ Spielart von Sexualität – individualisiert, autonomie, kompetenz- und leistungsfördernd, evaluierbar, standardisiert? Ist sie das verschämt, indem sie die Scham protzig überspielt über Bilder, um nicht sprechen zu müssen? Ist Pornographie Gefäß für bereitliegende Bilder, die aber nicht realisiert werden konnten, für Bilder, die nicht schon einfach vorhanden sind, sondern eher vage und in Fragmenten erahnt werden, Bilder, die Unruhe machen? Wird sie zu mächtigem Bild mit überprüfbarer Wirkung?
Karl-Josef Pazzini lebt in Berlin und ist dort als Psychoanalytiker, Supervisor, Berater tätig. Er arbeitete bis 2014 als Professor für Bildungstheorie und Bildende Kunst an der Universität Hamburg, lehrt zur Zeit an der UdK Berlin und an der Université du Luxembourg, studierte Philosophie, Theologie, Erziehungswissenschaft, Mathematik, Kunstpädagogik. Neue Publikation: Bildung vor Bildern. Kunst • Pädagogik • Psychoanalyse (2015) transcript. Gerade fertiggestellt zus. mit Insa Härtel: Blickfang. Scharfgestellt und umgedreht. Gerhard Richter Betty (1977) • http://mms.uni-hamburg.de/blogs/pazzini/ • http://www.pazzini-psychoanalyse.de/ • http://psybi-berlin.de/
Tipp: Der Besuch der Vorträge im Rahmen der Vorlesungsreihe kann als Studienleistung in Klips angerechnet werden.


Freitag 22. Januar 2016 18 bis 22 Uhr / Eintritt € 10 / € 5. Psychoanalytischen Bibliothek Berlin, Hardenbergstr. 9 (Hinterhaus), 10623 Berlin.31-12-15 Einladung Flucht RISS kjp Flucht Notizen Workshop3 sg Flucht – Annahmen – RISS, S. Gottlob
Vorstellung RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse. Freud – Lacan. Thematischer Schwerpunkt mit kurzen Beiträgen und Gesprächen
Veranstaltet von der Zeitschrift für Psychoanalyse. Freud – Lacan & Psychoanalytische Bibliothek Berlin.
Das habe ich an die Mitglieder der Psychoanalytischen Bibliothek – Berlin geschickt.
Die Referentin, die für Mittwoch Abend vorgesehen war, Claire Nioche-Sibony, Psychoanalytikerin aus Paris, konnte wegen der Ereignise dort nicht kommen. Es fand eine Gesprächsrunde statt. Darauf bezieht ich die Mitteilung.
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„Liebe Freunde,
hier findet Ihr meine Notizen zur Veranstaltung von Mittwoch.
Die Gesprächsrunde mit 18 Leuten war vor allem ein wenig tröstlich, weil so konzentriert verschiedene Perspektiven auf die vermutlich gleichen Ereignisse zusammentrafen.
Ich war damit beschäftigt die Gesprächsrunde zu leiten und habe kaum Notizen über den Gesprächsverlauf gemacht. Ich hatte mir aber vorher ein paar Notizen gemacht, mit denen ich eingeleitet habe und auf die ich zwischendurch zurückgriff.
Ich habe das auch an Claire Nioche geschickt.
Herzliche Grüße
Karl-Josef Pazzini“ Paris 13-11-2015