Neuerscheinung Theorie Bilden


Ingrid Lohmann, Sinah Mielich, Florian Muhl, Karl-Josef Pazzini, Laura Rieger, Eva Wilhelm (Hg.)
Schöne neue Bildung?
Zur Kritik der Universität der Gegenwart
Mai 2011, 242 S., kart., zahlr. Abb., 25,80 €
ISBN 978-3-8376-1751-1
Reihe Theorie Bilden
Der »Bologna-Prozess« hat zu einer umfassenden Strukturreform des Hochschulwesens geführt. Massive öffentliche Kritik entzündet sich insbesondere am Bachelor-/Master-System mit seiner starken Ausbildungsorientierung. Die Universität muss jedoch auch ganz andere gesellschaftliche Zwecke erfüllen. Wie kann sie – gegen den neoliberalen Zeitgeist – weiterhin ihrem Auftrag zur Mitgestaltung einer humanen, toleranten und friedlichen Welt gerecht werden?Der Band zeichnet aus historischer, philosophischer, pädagogischer sowie sozialpolitischer Perspektive ein kritisches Bild der Universität der Gegenwart.

Ornament als Verbrechen

Schon Adolf Loos schrieb 1908 vom „Ornament als Verbrechen“. Offenbar halten viele Kultur- und Wissenschaftsminister/innen und Senator/innen Forschung in der Lehrerausbildung, in der Fachdidaktik, die der Künste erst recht und in einem speziellen Fall an der LMU in München der Fachdidaktik der Bildenden Kunst für Ornament.
Es bleibt nichts anderes, als hier als Freunde des Verbrechens aufzutreten:
Wir halten nach wie vor und gerade jetzt Forschung in den Didaktiken und der Lehrerausbildung für dringend erforderlich. Schulpraxis und die dort entwickelten Erfahrungen gilt es, forschend zu erheben und transformiert weiterzugeben. Das geht nicht ausschließlich durch Vormachen und Nachahmen. Es braucht Reflexionen, also systematischer Brüche um Differenzierung zu erzeugen, das Schulwesen weiterzuentwickeln.
Deshalb halten wir das Beispiel des Vorgehens an der LMU mit der Ausschreibung einer „Lehrprofessur (W2) auf Zeit (6 Jahre/tenure track) für Didaktik der Bildenden Künste
Mit den AUFGABEN: Die Professur vertritt das Fach Kunstdidaktik in Lehre und Forschung. Die Lehrverpflichtung beträgt 14 Wochenstunden. Zudem wird eine angemessene Beteiligung an Aufgaben der akademischen Selbstverwaltung erwartet.“ für indiskutabel.
Bei einer solchen Aufgabenstellung ist eine kontinuierliche Forschung nicht zu leisten und offenbar auch nicht erwünscht.
Johannes Kirschenmann & Karl-Josef Pazzini
PS
Sagen wir doch, das Ornament sei das Übermaß an Lehre, dann können wir Adolf Loos wieder recht geben:
„Der chinesische schnitzer arbeitet sechzehn stunden, der amerikanische arbeiter acht. Wenn ich für eine glatte dose so viel zahle wie für eine ornamentierte, gehört die differenz an arbeitszeit dem arbeiter.“

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Muss Bildung sich bezahlt machen?

Zum Wert von Bildung und Wissen

Ganz ohne Zweifel hat Wissen einen Wert. Doch wodurch wird dieser Wert hauptsächlich bestimmt? Durch seine monetäre Einordnung? Ist nicht die Erfahrung etwas zu verstehen unbezahlbar?

Von Kirsten Meyer, Humboldt-Universität zu Berlin
Seit der Finanzkrise ruft man wieder verstärkt nach Bildungsinvestitionen. Der Grund liegt auf der Hand: Bildung zahlt sich aus. Doch vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten geraten nichtmonetäre Interessen und Werte oft aus dem Blick. Wir sollten daher fragen: Muss Bildung sich finanziell auszahlen? Oder ist Wissen ein Wert an sich?Wenn wir unsere Kinder in Physik, Chemie und anderen Naturwissenschaften ausbilden, so ist dies eine frühe Investition in zukünftige technologische Fortschritte.
Lesen Sie den kompletten Artikel unter nachstehendem Link:
Link zum FAZ-Artikel

Neuerscheinung Medienbildung und Gesellschaft


Hrsg.: Meyer, Torsten / Schwalbe, Christina / Tan, Wey-Han / Appelt, Ralf

Medien & Bildung

Institutionelle Kontexte und kultureller Wandel

Aus der Reihe: Medienbildung und Gesellschaft Bd. 20
2011. 452 S. Mit 118 Abb. u. 1 Tab. Br.
ISBN: 978-3-531-17708-3

39,95 €
Medien und Bildung hängen auf vielfältige Weise zusammen, auch wenn der Medienbegriff nicht auf ›Neue‹ oder ›elektrische‹ Medien verkürzt wird. Vor dem Hintergrund der aktuellen medientechnologischen Entwicklungen und der damit zusammenhängenden kulturellen Veränderungen sind (neue) Medien zu einem ›prioritären Thema‹ geworden, das die Bildungswissenschaften in ihrem institutionellen und disziplinären Selbstverständnis betrifft. Dieser Band dokumentiert ein inter- disziplinäres Diskussionsfeld, das von der Philosophie und Soziologie über die Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften bis zur Informatik reicht und den Raum für ein breit angelegtes Nachdenken über pädagogisch-praktische wie bildungstheoretische Implikationen des medienkulturellen Wandels für Schule und Hochschule im Rahmen einer weltweit werdenden ›Wissensgesellschaft‹ öffnet.

Mit Rücksicht auf die Darstellbarkeit

41-64.904
Oberseminar (Allg. Erziehungswissenschaft)
Veranstalter: Karl-Josef Pazzini, Klaus-Michael Wimmer
Zeit: Di 18.00 – 21.00, 14-täglich (1 SWS)
Beginn: 05.04.11
Raum: 407, VMP 8
In vielen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Kunstpädagogik und der Erziehungswissenschaft wird die Darstellung und die Darstellbarkeit des Forschungsprozesses und seiner Ergebnisse selber zu einem Gegenstand. Wieweit wird die Darstellung selber vom Gegenstand affiziert? Wie kann man Medienwechsel in den jeweiligen Arbeiten thematisieren? Der Titel ist der Traumdeutung Freuds entnommen.
Arbeitsweisen: Vorstellung von Forschungsvorhaben, Auseinandersetzung mit Beispielen.
Voraussetzung: Anmeldung bei einem der Veranstalter mit einer Beschreibung des Forschungsvorhabens.
Für die Scheinvergabe ist die Vorbereitung einer Sitzung mit einem schriftlichen Beitrag und die Anfertigung eines Protokolls einer Sitzung Voraussetzung.
Hinweise zur Vorbereitung auf die Veranstaltung ergeben sich aus den Gesprächen mit den Veranstaltern.

Handwerk und Forschung

Einführung in die Fachdidaktik
Bildende Kunst
41-64.991
Vorlesung mit Tutorium
Veranstalter: Karl-Josef Pazzini
Zeit: Di 18.00 – 20.00 (2 SWS)
Beginn: 05.04.11
Raum: 404, VMP 8
Handwerk und Forschung sind zwei Begriffe, die selten im Zusammenhang auftreten, jedoch in der Geschichte der Kunstpädagogik und der Kunst immer wieder einander zugeordnet sind. Während Forschung als wiederholte Suche nach neuen Erkenntnissen und Erkenntniswegen im Kontext des Diskurses aufgefasst werden kann, dient das schulische, künstlerische und wissenschaftliche Handwerk oftmals einer medialen, materiellen und imaginativen Vergegenwärtigung und Repräsentation. Es gibt aber auch das Handwerk der Forschung und ein forschendes Handwerk. Von ferne erinnert die Gegenüberstellung auch an die von Kopf und Hand oder von Theorie und Praxis In verschiedenen Themenfeldern soll in dieser Vorlesung die wechselseitige Beeinflussung von Handwerk und Forschungsprozessen in der Geschichte der Kunstpädagogik und der Kunstgeschichte exemplarisch thematisiert werden.
Lernziel:
Handwerk als Forschung, Forschung als Handwerk begreifen
Überblick über Wichtige Themen der Kunstpädagogik
Vorgehen:
Vorlesung mit Gespräch
Literatur:
Wird in einem eigens eingerichteten Projektraum zur Verfügung gestellt werden.

Kunst als Forschung

Gerhard Richters „Betty“ als Forschung zu den Relationen Pubertät, Vater-Tochter, Kind-Erwachsener, Missbrauch …
41-61.041
Seminar (Allg. Erziehungswissenschaft)
Veranstalter: Karl-Josef Pazzini
Zeit: Di 16.00 – 18.00 (2 SWS)
Beginn: 05.04.11
Raum: 212, VMP 8
In der Kunst wird Forschungsarbeit zur Konstitution individueller Subjektivität und zur Sozialisation geleistet. Im Seminar wird es am Beispiel von Gerhard Richters Bild „Betty“ (1977) um eine Forschungsarbeit zur Pubertät als einer Relation gehen, um einen ungewöhnlichen Blick auf den Übergang zwischen Erwachsenem und Kind, Vater und Tochter, Mann und Frau, Maler und Kind, Fotograf und Maler, Übergriff, Anerkennung, Missbrauch. Studieren lässt sich das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst. Es wird auch noch auf andere Künstler/innen Bezug genommen wie Herlinde Koelbl, Sally Mann u.a. Es geht um die Erschließung von Kunst als Forschung für die Erziehungswissenschaft. Es geht um Pubertät, den Wechsel vom Kind zum Erwachsenen. Thematisiert wird der erotische, sexuelle Aspekt mit den resultierenden Unsicherheiten. Hineinfärben wird auch die Missbrauchsdebatte. Neben der Kunst ist Psychoanalyse ein zweiter Referenzrahmen und Bezugnahme auf Sozialisationstheorien. Erwartet wird eine engagierte, forschende Zusammenarbeit.