Struktur der Neurose

Dalí Salvador Dalí (1904-1989): Nu féminin, hystérique et aérodynamique, painted bronze. Conceived in 1934 and executed in 1973 (Centre Pompidou 2013)

16./17. November 2019 I Die klinische Struktur der Neurose

Mit „Neurose“ kann nicht nur ein Bündel von Symptomen beschrieben
werden, sie ist auch eine der drei klinischen Strukturen (Neurose, Perversion, Psychose). Es wird eingeführt in die psychoanalytische Strukturtheorie, die Entwicklung eines Konzeptes von Hysterie und Zwang. Ausgangsmaterial sind Texte und Filmausschnitte.

22763 Hamburg
Tel.: 040 / 22 10 52
info@apakt.de

Karin Harrasser: »Wir werden miteinander oder wir werden gar nicht« . Zur Übersetzung von Donna Haraway ins Deutsche und ins Psychoanalytische

Montag, 11. November,20:00 psybi logo
10623 Berlin-Charlottenburg
Hardenbergstraße 9

Vortrag. Moderation: Karl-Josef Pazzini.

Donna Haraway geht methodisch Risiken ein, wie auch die Psychoanalyse. Ihr Credo, „Nicht alles hängt mit allem zusammen, aber jedes mit etwas“ generiert Zusammenhangskonstruktionen, die an konventionellen Ontologien und Wissenschaftstheorien entlangschrammen und ind Science fiction münden können. Die Psychoanalyse ging z.B. mit Ferenczi oder später Lacan ebenfalls erkenntnistheoretisch, methodisch und in der Wahl ihrer Gegenstände ungewöhnliche Wege bei der Theoretisierung der Empirie der Psychoanalyse. Donna Haraway wiederum arbeitet mit waghalsigen Metaphern und Analogien, schreibt Mythen weiter, arbeitet mit Verdichtungen, Verschiebungen. Sie befragt neugierig das Eigentum am und die Kontrolle über den eigenen Körper und die eigene Intimität und macht Ernst mit einer Politik des Sympoietischen, des gemeinsamen, situierten Machens- und Werdens.

Eintritt: 10/5€.

Karin Harrasser (Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz) hat »Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chtuluzän« ins Deutsche übersetzt. Sie gibt eine Einführung ins Buch. Es folgt ein Gespräch mit Karl-Josef Pazzini (Psychoanalytiker) mit dem Versuch Stil, Haltungen, Themen Haraways mit denen der Psychoanalyse in Berührung zu bringen.

Professionalisierung: Laie werden.

Relektüre von Freuds „Die Frage der Laienanalyse“. In: Zimmermann, David, Rauh, Bernhard, Trunkenpolz, Kathrin; Wininger, Michael (Hg.): Sozialer Ort und Professionalisierung. Geschichte und Aktualität psychoanalytisch-pädagogischer Konzeptualisierungen (S. 93-103). Berlin

Gegenüber der Einzigartigkeit eines Leidens, das bisher noch nicht begriffen und in Fluss gebracht werden konnte, der Einzigartigkeit von Bildungswiderstand ( vulgo „Dummheit“) bedarf es einer gegenwärtigen Aufmerksamkeit, einer Geistesgegenwärtigkeit, die nicht mit Gewissheiten, die in der Vergangenheit generiert wurden, verkleistert ist. Es passiert aber Unvordenkliches. Um diesen Moment zu erreichen, bedarf zweier Bewegungen: Man muss wissen, was man wissen kann, man muss gleichzeitig zum Laien werden, was durch die Vielfalt der Kenntnisse erleichtert wird. Sie kommen dann nahe an das sokratische Nicht-Wissen. Professionalisierung tendiert zur Sicherheitsoperation des Bescheidwissens, etwa diagnostischer Subsumtionsregeln. Diese Abdichtung möchte die Wirrungen der kaum beherrschbaren, unbewussten Übertragung aus pädagogischen Prozessen fernhalten. Das macht Bildungsprozesse schwierig.

Elemente der Psychoanalyse

 

Sylvie Fleury (*1961) Tableau n°1, 1992. (verdreht)

Elemente der Psychoanalyse. Eine Einführung nach Lacan und Freud

https://psybi-berlin.de/event/elemente-der-psychoanalyse-eine-einfuehrung-mit-lacan-und-freud/

 

22.10    Übertragung

Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini, Psychoanalytiker

»In ihrem Wesen ist die wirkungsvolle Übertragung, um die es geht, ganz einfach ein Akt des Sprechens. Jedesmal, wenn ein Mensch zueinem anderen in authentischer und voller Weise spricht, gibt es Übertragung im eigentlichen Sinn, symbolische Übertragung – esgeschieht etwas, das die Natur der beiden anwesenden Menschen verändert«. (Jacques Lacan:  Seminar I (1953 – 1954): Freuds technische Schriften. Übers. von Werner Hamacher, Olten/Freiburg 1978, S. 143)

»[…] je weiter wir in der Erfahrung kommen, desto weniger können wir dieser für unsere Wissenschaftlichkeit beschämendenKorrektur widerstreben. Die ersten Male konnte man […]  glauben, die analytische Kur sei auf eine Störung durch ein zufälliges, […]von ihr nicht hervorgerufenes Ereignis gestoßen. Aber wenn sich eine solche zärtliche Bindung des Patienten an den Arzt regelmäßig[…] wiederholt, wenn sie unter den ungünstigsten Bedingungen, bei geradezu grotesken Mißverhältnissen immer wieder zumVorschein kommt, auch bei der gealterten Frau, auch gegen den graubärtigen Mann, […] auch wo nach unserem Urteil keinerleiVerlockungen bestehen, dann müssen wir doch die Idee eines störenden Zufalles aufgeben […]. Die neue Tatsache, welche wir alsowiderstrebend anerkennen, heißen wir die Übertragung.« (Sigmund Freud: Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1916 – 1933).  GW XI, S. 459)

Fuck ju Göhte

Erscheint im November 2019

 

Bernhard Rauh, Jean-Marie Weber (Hg.)

Lehrkräftebildung mit Fack ju Göhte
Junge Lehrerinnen und Lehrer zwischen Adoleszenz und Verantwortung

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»Die Komödie ist der Moment, in welchem Substanz, Notwendigkeit und Wesen ihre unmittelbare – und also abstrakte – Selbst-Identität oder Koinzidenz mit sich selbst verlieren.«
Zupančič, Alenka (2014): Der Geist der Komödie. moraleprovisoire#4.   (Übers. Ruda, Frank; Völker, Jan). Berlin: Merve.   S.44f.

 

 

Die klinische Struktur der Neurose | Seminar | 16./17. November 2019

Mit „Neurose“ kann  ein Bündel von Symptomen beschrieben
werden. Sie ist eine der drei klinischen Strukturen (Neurose, Perversion, Psychose). Es wird eingeführt in die psychoanalytische Strukturtheorie, die Entwicklung eines Konzeptes von Hysterie und Zwang. Ausgangsmaterial sind Texte und Filmausschnitte.

APAKT-Hamburg
Donnerstraße 10, Hs 3
22763 Hamburg

Kontakt:
Tel: 040-22 10 52
info@apakt.de

»Wir werden miteinander oder wir werden gar nicht«. Zur Übersetzung von Donna Haraway ins Deutsche und ins Psychoanalytische

Vortrag von Karin Harrasser im Gespräch mit Karl-Josef Pazzini

Psychoanalytische Bibliothek – Berlin, Hardenbergstr. 9
http://psybi-berlin.de

Donna Haraway geht methodisch Risiken ein, wie auch die Psychoanalyse. Ihr Credo, „Nicht alles hängt mit allem zusammen, aber jedes mit etwas“ generiert Zusammenhangskonstruktionen, die an konventionellen Ontologien und Wissenschaftstheorien entlangschrammen und ind Science fiction münden können. Die Psychoanalyse ging z.B. mit Ferenczi oder später Lacan ebenfalls erkenntnistheoretisch, methodisch und in der Wahl ihrer Gegenstände ungewöhnliche Wege bei der Theoretisierung der Empirie der Psychoanalyse. Donna Haraway wiederum arbeitet mit waghalsigen Metaphern und Analogien, schreibt Mythen weiter, arbeitet mit Verdichtungen, Verschiebungen. Sie befragt neugierig das Eigentum am und die Kontrolle über den eigenen Körper und die eigene Intimität und macht Ernst mit einer Politik des Sympoietischen, des gemeinsamen, situierten Machens- und Werdens.
Karin Harrasser (Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz) hat »Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chtuluzän« ins Deutsche übersetzt.

Sie gibt eine Einführung ins Buch. Es folgt ein Gespräch mit Karl-Josef Pazzini (Psychoanalytiker) mit dem Versuch Stil, Haltungen, Themen Haraways mit denen der Psychoanalyse in Berührung zu bringen.

Politik, das Unbewusste

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Lange Nacht der Wissenschaft 2019

Karl-Josef Pazzini: Ein paar Anmerkungen zu Lacans Satz:

« – je ne dis même pas que ‹ la politique c’est l’inconscient ‹ – mais, tout simplement : l’inconscient c’est la politique ! »  Ein Satz aus Lacans Seminar 10.Mai.1967

»[…] ich sage nicht einmal, dass die Politik das Unbewusste ist, sondern einfach nur: Das Unbewusste ist die Politik.«[1]
oder müsste man eher so übersetzen?
»[…] ich sage nicht einmal, dass das Politische das Unbewusste ist, sondern einfach: Das Unbewusste ist das Politische.«
Im Französischen gibt es diesen Unterschied als la politiqueund le politique.Lacan soll la politiquegesagt haben.

[1] Jacques Lacan  Le Séminaire « La logique du fantasme », séance du 10 mai 1967, inédit (Version Staferla, hier Übersetzung Rolf Nemitz)

SIGMUND FREUD VORLESUNGEN 2019

Subjekt Körper Couch

Freitag, 10. Mai 2019, 19.00 bis 20.30 Uhr Aktuelle Information

Viele psychoanalytische Sitzungen beginnen mit einer körperlichen Aktivität. Die Analysant*innen legen sich hin. Wen oder was legen sie hin auf was, wenn sie sichhinlegen? 

Der Divan, die Couch, das Sofa sind Schnittstellen (interfaces) zwischen Zeiten und Räumen, unterschiedlichen Diskursen und Praktiken, die stark mit der Art der körperlichen Präsenz in sehr unterschiedlichen existenziellen Situationen (u.a. Schlaf, Sexualität, Tod, Krankheit, Geburt) zu tun haben. Die Couch, selber ein Körper, kann metaphorisch ganz tatsächlich eine Stütze sein, für die Aufführung der anderen Schnittstelle, der zwischen Körper und Seele, dem Trieb. – In Geschichten aus den Kuren lässt sich davon etwas verdeutlichen. Weiterlesen