2006Auslegung-vor-einem-anderen
,,Sprechen werde ich über Auslegung vor einem anderen oder vor Anderen. Ganz wörtlich. Das Selbst ist ein Problem.“ (Pazzini 2006)
Auslegung vor einem anderen. Zur Erfindung des psychoanalytischen Settings. In: Schäfer, Alfred; Wimmer, Michael (Hg.): Selbstauslegung im Anderen. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann 2006, S.61-80)
Kategorie: Publikationen (Auswahl)
Kunst existiert nicht, es sei denn als angewandte
(1) Mit der im Titel formulierten These geht es mir um mehreres. Ich möchte behaupten,
dass Kunst als solche nicht existiert, sondern nur in der Form der Anwendung. Dies gilt für die Produktion wie für die Produkte. Und ich behaupte,
dass es unterschiedliche Formen der Anwendung von Kunst gibt. Eine davon ist die Kunstpädagogik.
Der Anlass
Sagen wir: Es gebe einen Kollegen an einer Hochschule für Bildende Künste, vielleicht in Hamburg, einen, der dort im Fachbereich Kunstpädagogik lehre. Nehmen wir an, er wolle mit mir zusammen ein Seminar machen. Das Seminar solle den Titel haben „Entwicklung kunstpädagogischer Fragestellungen aus der eigenen künstlerischen Arbeit. – Fachdidaktik I“. Nehmen wir an, es würde Realität. Wir würden das Seminar gemeinsam ankündigen. Stellen wir uns vor, es gäbe dann plötzlich zwei verschiedene Ankündigungen: Im Vorlesungsverzeichnis der Universität tauche der vereinbarte Titel auf im VVZ der HfBK tauche als Seminartitel „Besprechung künstlerischer Arbeiten“ auf. Stellen wir uns vor, der Kollege begründe das damit, dass er nicht in die kunstpädagogische Ecke gedrängt werden wolle. Die Verwirrung wäre komplett…
Zur vollständigen version (pdf):
kunst_existiert_nicht1.pdf
Die fehlende Couch. Museum, Blick, Psychoanalyse (Pazzini 2006)
2006Die-fehlende-Couch.-Museum-Blick-Psychoanalyse
PSYCHOanalyse – Sigmund Freud zum 150. Geburtstag
Katalog zur Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin (07.04.-27.08.2006)
Zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud macht das Jüdische Museum Berlin dem Schöpfer der Psychoanalyse ein ungewöhnliches Geschenk. Spielerisch und pointiert führt dieses Buch in die Grundbegriffe des Freud’schen Denkens ein, eine Hörspiel-CD beschreibt seine wichtigsten Lebensstationen und Essays renommierten Autoren beleuchten die Geschichte und Gegenwart der Psychoanalyse.
Die fehlende Couch. Museum, Blick, Psychoanalyse. In: Kugelmann, C.; Lepp, N.; Tyradellis, D. (Hg.): Psychoanalyse. Sigmund Freud zum 150. Geburtstag. Jüdisches Museum Berlin: Nicolai (2006), S. 49-66
Überleben
Liebe Neuankömmlinge,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute habe ich den Part übernommen, Sie mit dem Ernst Ihrer Lage zu konfrontieren. Den zukunftweisenden Teil wird der Dekan übernehmen.
Dennoch begrüße ich Sie natürlich alle aufs Herzlichste.
Leider muss ich Ihnen, liebe Studierende, mitteilen, dass Ihnen das Lachen noch vergehen wird, wenn Sie je gelacht haben.
Denn sie werden unter Bedingungen studieren, die dadurch gekennzeichnet sind, dass zuwenig Geld und vor allem Energie da ist – ganz abgesehen von einer Aufbruchstimmung, der Sparzwang ist ja nur ein Symptom davon, an Aufbruch wird auch gespart -, zuwenig, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass gehäuft Bildungsprozesse statthaben können.
Schon meine Tochter kam im zweiten Schuljahr mittags nach Hause und sagte: „Ich glaube, Papa, wir sind zu teuer“.
Ihnen wird also das Lachen vergehen, wenn Sie es je gekonnt haben.
Vom Lachen heißt es bei Freud, dass es entstehe, „wenn ein früher zur Besetzung gewisser psychischer Wege verwendeter Betrag von psychischer Energie unverwendbar geworden ist, so daß er freie Abfuhr erfahren kann“. Anders: Man lacht, wenn ein anderer als der gewohnte, der erwartete Sinn entsteht, etwas auch zu Tage tritt, was man nur im Geheimen erwogen hat, was nicht ganz korrekt ist, was zu einem plötzlichen Kurzschluss führt. Vor Kurzschlüssen wird man Sie zu bewahren wissen.
Das Lachen sei ein Anzeichen von Lust, von Befreiung bisheriger Besetzung. Käme es nicht zu einer Abfuhr, die durch Lachen ins Körperliche überginge, dann entstünde mehr oder weniger starke Angst durch ein relativ freies Floaten der nun umherirrenden Energie.
Auch das ist eine Chance: Denn Angst ist interne Währung, „die allgemein gangbare Münze, gegen welche alle Affektregungen eingetauscht werden oder werden können …“ , schreibt Freud. D.h. es könnten neue Verbindungen, Zusammenhänge geschaffen werden. Das ist die strukturierende Chance der Angst. Sie wird nur gewahrt, wenn nicht sofort eine neue Bindung angeboten wird, ein neues Bild. Bei Überfürsorglichkeit, bei Verschulung oder der Dauerfrage, was man mit dem Vernommenen anfangen kann, besteht also keine Chance für Bildung oder Lachen. Sie werden es erleben. Richtig schlimm wird es, wenn die interne Währung, die Angst, auch zu sparen, zu ersparen versucht wird, alles glatt zu gehen hat, anschlussfähig und harmonisch ist, verwertbar erscheint.
Wenn also jemand lacht, zeigt er damit indirekt, dass er auf Planung und Kontrolle momentan verzichten kann, dass auch zumindest ein bisschen Angst da war und noch da ist.Das macht die subversive Kraft des Lachens aus.
Das ist ein Grund für ein Verdikt über das Lachen mindestens seit Platon.
In der Konvulsivität des Lachens taucht etwas vom Automatismus des Körperlichen auf, von der Konvulsivität der sexuellen Erregung, schon deshalb ist das Lachen verdächtig. In Ecos Roman „Der Name der Rose“ geht es um die von Jorge gewollte Geheimhaltung, bzw. Vernichtung von Aristoteles Schrift über das Lachen. In der finalen Auseinandersetzung mit William sagt Jorge: „Aus diesem Buch aber könnten verderbte Köpfe wie deiner den äußersten Schluß ziehen, daß im Lachen die höchste Vollendung des Menschen liege! Das Lachen vertreibt dem Bauern für ein paar Momente die Angst. Doch das Gesetz verschafft sich Geltung mit Hilfe der Angst, deren wahrer Name Gottesfurcht ist. Und aus diesem Buch könnte leicht der luziferische Funke aufspringen, der die ganze Welt in einen neuen Brand stecken würde, und dann würde das Lachen zu einer neuen Kunst, die selbst dem Prometheus noch unbekannt war: Zur Kunst der Vernichtung von Angst!“
Noch ist es nicht gelungen auch bei der internen Währung, der Angst, durchgehend zum Sparen zu verpflichten.
Ich habe den Faden verloren.
Eigentlich wollte ich Ihnen nur kurz eine Werbung zeigen. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, diese Werbung sei von den Wissenschaftsministerien mitfinanziert worden, um Geld für Kita-, Schul- und Studienplätze zu sparen. Es habe dabei große Auseinandersetzungen mit den Ministerien gegeben, die für die Rentenpolitik zuständig sind. Wie dem auch sei. Es heisst auch, wenn auch an der deutschen Universität fast nichts mehr funktioniere, sie sei immer noch der Heiratsmarkt der Eliten, was sich insbe-sondere in den ersten Semestern auswirke. Ich zeige Ihnen nun den die Werbung…
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Lasso- Was erforscht die Kunst? (Pazzini 2006)
2006Lasso-Was-erforscht-die-Kunst
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Lasso- Was erforscht die Kunst? Skizzen einer Antwort aus der Perspektive eines universitären Forschers, Kunstpädagogen und Psychoanalytikers. In: Buchmann, Leonhardt, Lingner, Smolik (Hg.): Querdurch: Kunst + Wissenschaft. Veranstaltungsreihe der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Hamburg: materialverlag (2006), S.136-145.
Die Universität als Schutz für den Wahn (Pazzini 2006)
2006 Die-Universität-als-Schutz-für-den-Wahn
RISS Zeitschrift für Psychoanalyse
Die Universität als Schutz für den Wahn. In: RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse, 20. Jg.; Heft 62 (2006/1); S. 47-68
Def.: "Medium"
Das Medium ist der Schutz und Schirm, den der Mensch braucht, um nicht unmittelbar zu werden.
Dann ist er nämlich tot. Oder vielleicht auch nicht. Dann wird er gerade einen Höhepunkt haben. Oder es ist ihm eine Deutung gelungen oder man hat sie ihm zugesagt – auf den Kopf. Momente des Genießens, die ein Verbrauch sind. Ein Verbrauch an Lebenszeit. Ein Freisatz von Energie. In der Bestimmung des Mediums schwankt McLuhan zwischen Botschaft und Massage, wenn man etwas undeutlich liest. (Vielleicht auch Mess Age wie SPoKK aus Gießen schreibt). Ein jegliches Medium – so kann man das bekannte Diktum lesen – ist angesiedelt zwischen dem Symbolischen der Botschaft und der Massage des Körpers, des Realen, die Verknüpfungen sind imaginär, deshalb nie unwirklich. Der Körper selber ist Medium.
Mitten im Körper befindet sich zusätzlich noch ein Kanal:
Das Urbild des Mediums scheint mir die im wahrsten Sinne des Wortes passagère Füllung des Kanals in uns zu sein, der am Mund beginnt und am After endet. Darinnen die Nahrung in ihren verschiedenen Aggregatzuständen. Auf dem Wege wird entschieden an den Wänden des Kanals, ob und welche Teile resorbeirt werden können, welche nicht. Der Rest wird ausgeschieden.
Demnach wäre die Sehnsucht nach Unmittelbarkeit beim Anorektiker zu finden, der das reine Nichts ißt, ganz bei sich ist und sich verbrennt. „Vater siehst du nicht, daß ich verbrenne“? so Freud im 7. Kapitel der Traumdeutung. Die Anorexia ist eine Medienkrankheit. Die Sehnsucht nach der Unmittelbarkeit ist der Versuch, das reine Nichts zu essen, vom Vater erlöst zu werden, ohne ihn als den notwendig ver-sagenden erkennen zu müssen. Mit der Nahrung wird versucht die Verunreinigung loszuwerden, die den Körper ergreift und ihn nährt. Es ist die Krankheit, die das Unbewußte herauszuwürgen versucht. Demnach eine moderne Krankheit. Die Boulemie wäre dementsprechend die postmoderne Krankheit. Die Heilige der Postmoderne ist konsequenter Weise also Diana, die gejagte Göttin der Jagd. Gejagt vom berührungslosen Blick dem die Sehnsucht der Gejagten galt.
Da es keinen Metadiskurs mehr gibt, der andere Diskurse „regieren“ könnte, bekommen Medien verstärkt Aufmerksamkeit. Sie stellen zwischen den einzelnen Diskursarten Verbindungen her. Paradigmatisch dafür ist Kunst. Der Versuch einer Medienwissenschaft par exellence ist die Psychoanalyse.

Die jeweils neuen Medien werfen verschärft die Frage auf, was denn eigentlich ein Medium sei. Medien haben so tendenziell einen reflexiven Charakter.
Medien haben die Eigenschaft, etwas an einem anderen Ort präsent zu machen als an dem Ort, wo das Subjekt in seiner Unmittelbarkeit (Nicht-Medialität) gefesselt wäre. Die gelungene, dauernde Fesselungð / Unmittelbarkeit wäre – wie oben geschrieben – der Tod.
Etwas präsent zu machen (Zeit), heißt immer auch zu repräsentieren. Man macht ja etwas von woanders (Ort) her präsent – sonst würde ja auch kein Bedarf an Pädagogen bestehen. Was geschieht in der Präsentation? Etwas wird den Sinnen eines anderen (oder seiner selbst) zugänglich, was gar nicht da ist. ‚Im Bilde sein‘ heißt, daß einem etwas präsent ist. Es entsteht ein Gefühl der Wirklichkeit, der Eindruck, daß etwas wirkt.
Was die Sinne, den Körper in seiner Haltung, zunächst erregt, ist das gewählte Medium, seine Formung, seine Materialität. Das Medium vollbringt die Engführung dessen, was auf den Körper des anderen treffen soll, welche Sinne affiziert werden sollen. Aber diese Materialität kommt nie alleine vor. Sie setzt zugleich Imaginationen und Symbolisierungsprozesse in Gang.
Die Medien haben eine sehr ähnliche Bindekraft wie die Phantasie. Die Phantasie bleibt aber im Unterschied zu den Medien streng genommen immer eine individuelle. Sie bleibt verborgen. Sie verbindet im Individuum Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander, und schafft Räume, in denen assoziiert werden kann. Die Sprünge der Assoziationen schaffen die Zeit.
Von den Medien zu sagen, sie seien virtuell, ist eine Tautologie. Sie sind immer nur der Möglichkeit nach. Das Mögen oder Wünschen schafft Realität – über Medien.
Die meisten Medien waren Frauen.
Die Musen sowieso.
Rede zur Semestereröffnung 2005
Liebe Aktionäre, liebe Gesellschafter!
Seien Sie herzlich willkommen zur Halbjahreshauptversammlung der neuen Ich AGs.
Heute können Sie beginnen, Ihr individuelles Kapital, ihre Produktivkraft zu vermehren.In der Bologna-Erklärung von 1999 heißt es, dass ein Europa des Wissens nichts weniger als die „unerläßliche Voraussetzung für gesellschaftliche und menschliche Entwicklung“ sowie die „unverzichtbare Komponente der Festigung und Bereicherung der europäischen Bürgerschaft“ sei.
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Auch wenn das anstrengend ist, einen großen Vorteil haben Sie: Sie als jeweilige Ich-AG sind vielleicht manchmal einsam, aber nie werden Sie arbeitslos, es bleibt immer die Notwendigkeit an sich zu arbeiten! Lebenslänglich. Im Regelvollzug. Mit Standards.

Standard heißt der Maßstab. Standard leitet sich von altfränkisch standord ab. Das war der Ort, an dem sich die wehrhafte Bevölkerung zum Appell traf, um gemustert zu werden, ob ihrer Tauglichkeit zur Verteidigung oder zum Angriff. Dieser standord wurde durch einen Fahne markiert. Die hieß dann Standarte. Davon leitet sich der Standard ab.
Diese entfernt aus dem Militärischen kommende Terminologie, versetzt mit der Sprache der Organisationsentwicklung und der Unternehmensberatung, lassen mich, der ich einmal mit Joschka in den Straßen kämpfte, sogar auf Ludwig Erhardt, den Verfechter der sozialen Marktwirtschaft zurückkommen, der noch wusste, dass die Wirtschaft und der Markt nie und nimmer in der Lage sind, ihre eigenen Voraussetzungen mitzuproduzieren. Er setze deshalb auf Familie, Schule, Kultur. Jetzt, wo die Wirtschaft nicht gerade blüht, der Binnenmarkt nicht gerade expandiert und das Paradigma der Lohnarbeit offensichtlich an ihr Ende kommt, wird noch schnell das Bildungssystem als Voraussetzung und Gegengewicht des Wirtschaftens, eines intern nicht durchgängig nach Kriterien heutigen Wirtschaftens rationalisierbarer Bereich mittels oben genannter Terminologien und Verfahrensweisen weiter zerstört. Hoffen wir auf den Phönix aus der Asche!
Jetzt bin ich ausgerutscht. Das stammt aus einer anderen Rede.
Ich wollte vielmehr noch etwas zu den Rohstoffen für den Produktionsprozess in der Ich-AG sagen. Denn wir sind ein rohstoffarmes Land. Wir müs-sen den Rohstoff selber produzieren. Dann ist es zwar kein Rohstoff mehr, wenn er produziert werden muss, sondern etwas, das aus dem Rohen her-ausgeführt wurde. Eruditio – die Herausführung aus dem Rohen – war ein Vorläufer des deutschen Bildungsbegriffs. Also nicht Rohkost, sondern das Üben der Zubereitung. Daraus wird Bildung.
Das ist ein Wunsch!
Wie die Brüder Grimm wussten: „Es gab einmal eine Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat“. Sie wollen uns sagen: Es hilft nichts, wenn alle Wünsche in Erfüllung gehen. Das Wünschen ist wichtig, besonders beim Anfangen.
So kommt Peter Handke auch auf das „Wunschlose Unglück“.
Wünsche sind wichtige Rohstoffe in einem rohstoffarmen Land.

Von der Bildung ist zuwenig da.
Dazu ein Diagramm.

Angehende Pädagoginnen und Pädagogen haben heute die Aufgabe, den Beziehungsrohstoff zu produzieren und zu veredeln, der von der gesellschaftlichen, genauerhin von unserer Art des Haushaltens aufgebraucht worden ist. Man hat gar nicht gemerkt, was man da alles verbraucht hat. Jetzt ist es weg. Und sie sollen es wieder her schaffen.
Mir ist angesichts der schon Jahrzehnte dauernden Krise des Bildungswesens klar geworden: Das waren gar keine Wunder, die Jesus vollbracht hat, als er mit 5 Broten und zwei Fischen 5000 Leute gespeist hat. Das machen wir jeden Tag.
Das Gebäude, in dem wir heute nicht sind, weil es renoviert wird, das hatte 1960 bei seiner Eröffnung Platz für 50 Professoren und Dozenten und 450 Studenten. Zur Zeit haben wir ca. 100 Lehrende und ca. 6500 Studierende. Das heißt Qualitätssteigerung auf beiden Seiten, bei den Studierenden und bei den Lehrenden.
Nur eins: Wenn man jemanden etwas gibt, was man nicht hat, dann ist das Betrug oder Liebe. Wir brauchen wieder pädagogischen Eros …
Sagen sollte ich aber zeitgemäß:
Stärken Sie die Ich AG, so wird Ihr symbolisches Kapital vermehrt werden. Forscher arbeiten daran, wie Sie dieses symbolische Kapital dereinst sogar vererben könnten, wenn nicht an Ihre eigenen Nachkommen, so doch an fremder Leut’s Kinder. Lehrerbildung nennt man das.
Wenn überall die nachwachsende Generation den Eindruck gewinnen mag, sie sei unerwünscht, gar überflüssig: Hier und bei sich sind Sie es nicht! Sie sind autonom. Sie müssen sich nur einfach selbst wertschätzen. Dann sind Sie auch noch immun. „Die Figur des unternehmerischen Selbst ist die Figur eines ,Schulterlosen’, einer Person, die durch das Zusammenleben oder Mit-Sein nicht belastet wird. Sie zeichnet sich durch vollkommene Immunität aus. In der Beziehung zum Selbst, zu anderen und der Welt, die vom unternehmerischen Selbst verlangt wird, gibt es keine lästigen Fragen über das Zusammenleben“ (Masschelein, Simons 2005, 104f).

Sie sind hier nicht in einem Kindergarten. Den würden Sie daran erkennen, dass er gebührenpflichtig ist und keine Plätze zur Verfügung hat. Sie sind auch nicht in einer Grundschule, die bald zugemacht wird, oder in einem Gymnasium, das wieder erfreulich hohe Klassenpopulationen aufweist, jenseits der 30, Sie wollen auch keine Lehrstelle, nein Sie sind in der Universität. In einer der größten Universitätsstädte, die in diesem Jahr den 816. Hafengeburtstag feiern kann, und seit 86 Jahren einen Universität besitzt. Das unterscheidet sich nur durch eins.
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So jetzt ohne Jux:
Gegen diese erdrückende Klarheit der Zahlen hilft es nicht, sich auf das Eigene zu besinnen, Aneignung zu betreiben, sondern eher eine Enteignung seiner selbst und der Anderen. Dies ist noch keine Befreiung, nur eine mögliche Befreiung des Blicks auf die Welt (vgl. Masschelein, Simons 2005, 105).
Wie das und wie bekommt man das hin?
Gegenüber allen Verlautbarungen im europäischen Bildungsraum, die auf Aktivität und individuelles Unternehmertum setzen, auf Vorstellungen vom aktiven Lernprozess, von Verpflichtung zur aktiven Gestaltung und Beherr-schung des eigenen Lebens, weshalb man lebenslang lernen müsse. Man muss dementsprechend ein Leben führen, das Erträge bringen muss, die man evaluieren kann. Im Widerstreit dazu geht es zumindest auch um eine passive Haltung, die erst ein Mitsein ermöglicht, ein Zusammensein. Denn sie werden, wie auch gerade im Moment, Worten ausgesetzt, die etwas von Ihnen verlangen. Sie kommen in die Position des neugierigen Kindes, weniger des fertigen Erwachsenen, eine Position der Passion, einer Leidenschaft, die die Worte, die von woanders her kommen, mit neuem Leben füllt, mit Ihrem Leben. Sie werden durch Lektüren und durchs Zuhören einem Anderssein ausgeliefert.
Deshalb ist das Studium keine planbare, beherrschbare Aktivität, wie das Unternehmensberater oder Wissenschaftssenatoren suggerieren und schon Zustimmung bei vielen Kolleginnen und Kollegen erhält. Studieren hat keinen Output und kein Ergebnis, „aus dem einfachen Grund, dass wir das Ausgesetztsein nicht beherrschen können“ (Masschelein, Simons 2005, S.110). Während wir ausgesetzt sind, sind wir nicht allein und von anderen abhängig und diesen anhängig. Weder der Lehrende noch die Studierenden besitzen dabei eine autonome Position: „Man kann nicht entscheiden oder wählen, was gesagt wird oder was man von dem anderen (zu hören) bekommt. Ein Zuhörer zu sein, bedeutet, daß man angesprochen wird, dass man eine Antwort schuldig ist. Man wird in ein Netzwerk aus Verpflichtungen (gegenüber den anderen, gegenüber der Sprache usw.) gestellt, das man nicht beherrschen und nicht verwalten kann“(Masschelein, Simons 2005, S.113). „In diesem Sinne geht es in Erziehung und Unterricht nicht um produktive Praktiken. Es geht nicht um (Re)produktion von Wissen, Werten oder Haltungen autonomer Individuen, Staaten, Gemeinschaften oder Kulturen, sondern um die Art wie wir uns zu unserer Abhängigkeit, Passivität, Verletzlichkeit, Angegriffenheit, das heißt, zu unseren menschlichen und (kindlichen) Bedingungen des Ausgesetztseins, des Preisgegebenseins verhalten“(Masschelein, Simons 2005, S.116).
Es geht um einen Raum, einen Ort, eine Zeit des Denken-mit-anderen.
Mir ist klar, dass das wie ein heroisches Unternehmen erscheint, angesichts der Realität der Universität. Es ist aber nicht ganz so. Es ist nach wie vor möglich, sich auszusetzen, sich mit dem Einfall des anderen, der anderen zu bilden. Dazu darf gar nicht alles ideal sein und so wie wir es uns jeweils einbilden. Es gehört zum Raum und zur Zeit der Universität, des Studiums, dass wir sie nicht vorweg bestens gestaltet vorfinden können. Wir haben Möglichkeiten, wenn wir Passivität nicht mit Untätigkeit verwechseln und uns ergreifen lassen. „Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt drin um“, sang Wolf Biermann einmal. Es bedarf dazu des frei schweifenden Blicks und der Fähigkeit zuzuhören. Das macht vielleicht Angst, weil man nicht wissen kann, was dann passiert. Angst ist einer der wichtigsten Voraussetzungen Neues zu erfahren, anderes zu besetzen, zu lieben.
Stellen Sie sich eine Situation vor, in der Ihnen ein Freund etwas sehr engagiert vorträgt mit dem Gestus der Überzeugung. Sie hören zu. Er ist beispielsweise begeistert von einem Film, den er gesehen hat. Sie sind etwas verwirrt, weil Sie sich nicht vorstellen können, dass es so war. Sie sind ihm ausgeliefert, leiden, bekommen Angst um Ihre eigene Realitätswahrnehmung und um den Freund. Ihnen dämmert, dass es anders gewesen sein könnte, dass er, der Erzähler es aber so wahrgenommen haben müsse. Plötzlich haben Sie einen Einfall, raffen allen Mut zusammen und weisen ihn auf die andere Sichtweise hin.
Ich zeige Ihnen dazu einen kurzen Film, leider in einer miserablen Qualität. Am Schluss des Filmes wird eine andere Sichtweise in Form einer technischen Lösung vorgeschlagen. Wenn das immer so möglich wäre, hätten unsere hilflosen Bildungsreformer Recht. Auch ich wünsche manchmal, dass es so einfach wäre. Man kann technische Lösungen als Wunschträume lesen, Träume von erfüllten Wünschen. Wir brauchen Technik, auch im Lehren und Forschen, und nicht nur als Apparat.
Ich wünsche, dass es Ihnen und mir, uns den Lehrenden, hin und wieder gelingt, einen Einfall zu haben (passiv) und darauf leidenschaftlich zu reagieren (aktiv-passiv). Sehen Sie den Film als ein Märchen: Es war einmal eine Zeit als das Wünschen noch geholfen hat …
[Das Video des DVD-Herstellers „Soken“ siehe: http://www.ad-awards.com/, Kategorie: Entertainment]

Ich wünsche Ihnen Glück, das ist etwas anderes als Output.
Ästhetische Bildung stört Einbildungen (Pazzini 2004)
Forschen, Denken, Lesen, Schreiben, Rechnen, Lehren, eigentlich alle Aktivitäten brauchenbegleitende Imaginationen. Sie öffnen Kombinationsmöglichkeiten, verschließen andere.Vorstellungen, Phantasien, Meinungen, notwendige Vor“urteile“, insbesondere die, die sichauf Sichtbarkeit stützen, haben eine aggressive Tendenz zur Schließung, zum Totalitären-politisch gefährlich.Da wir aber ohne nicht auskommen, müssen imaginäre Potentiale und ästhetische Urteiledauernd beforscht werden, weil diese auch in andere Handlungen eingehen, diese ermöglichenund begleiten. Das geschieht ganz wesentlich in den Künsten. Und dies sollte auch inder Schule vorkommen.Manche Einbildungen, bestimmte Sorten von Bildern, gefährden momentan die Lebendigkeiteuropäischer Weiterentwicklung, z.B. die, die davon ausgehen, dass es doch irgendwo jemandengeben müsse, der für uns sorgt, obwohl Gott totgesagt ist. Oder es entsteht eine Wagenburgmentalität.Oder Bilder von einem harmonischen, spannungsfreien Nebeneinander undIneinander (von der Sexualität bis zu den unterschiedlichen Kulturen), Bilder kindlicher Allmachtsphantasien,die etwa dazu führen, gegen das Haus zu treten, wenn man mit einem Dreiradum die Ecke fährt und das eine Hinterrad an der Hausecke hängen bleibt.Wir brauchen Forschung nicht nur in der Form der Entwicklung neuer technischer Verfahrenund Produkte, die unter den Bedingungen globaler Märkte funktionieren. Sondern gerade umdiese wahrscheinlicher zu machen, braucht es auch Forschung, die die individuelle Wahrnehmungsmöglichkeitunter die Lupe nimmt und im Prozess der Forschung selber differenziert.Forschung – auch im Alltag als Neugier – ist angewiesen auf Öffnung, auf ungewöhnlicheKombinationen. Es bedarf begleitenden Vorstellungen, die öffnen und einen Halt bieten. Wohernehmen?Kunst, so zeigt die Erfahrung, öffnet und zerstört Einbildungen. Denn oft stimmt Kunst nichtmit den normalisierten Einbildungen und abgelagerten Identifikationen überein. Kunst greiftdirekt auf solche Einbildungen zu. In den Wissenschaften hingegen ist das nur ein beilaufender,nicht direkt thematisierter Strom. Thematisierung aber produziert Widerstand auf Seitender Normalität (wegen der zugemuteten Änderungen, wegen der „Unverständlichkeit“), aberauch auf Seiten der Forschenden und der Rezipienten.Kunst (in der Produktion wie in der Rezeption) kann das Ich in Schwingungen versetzen.„Ich“ gerät ins Gleiten. Wenn man dies still stellen will, muss man entweder dumm oder starkwerden. (Beides ist in den gegenwärtigen Reformen des Bildungswesens angelegt.) Es sollContent angeeignet werden, vorher modularisiert. Wissen wird substanziell verstanden, wiezu Zeiten des Nürnberger Trichters. Dieses Wissen (innovativ, versteht sich) zu produzierenist Ziel der Forschung, es besser zu vermitteln ist Aufgabe von Didaktik (als Gleitmittel undbunte Verführung), die verhelfen soll sich auch ohne Begehren und Lust Zugang zur nächstenGeneration zu verschaffen (Eigentlich ist das Kindesmisshandlung). Gerade nach PISA geisterndurch pädagogische Diskussionen Vorstellungen von Beherrschung und Bemeisterung verborgen unter Bezeichnungen wie Kompetenz, Qualifikation, Evaluation, Effektivierungund Praxisbezug.Unser „Ich“, also wir alle, sind ausgezeichnet durch eine Drift zur Wiederholung. „Ich“ ist aufBekanntes angewiesen, draußen und drinnen, sonst wird es schnell konfus. Es neigt dabei zuWiederholungen, die wenig produktiv sind, die alltagssprachlich als Faulheit und Dummheitbezeichnen werden.Mit solchen Wiederholungen konfrontiert Kunst gerade dann, wenn sie irritiert, sie machtdeutlich, dass selbst das Sensorium, die Wahrnehmung auf der Suche nach der Realitätsprüfungso angelegt ist, dass etwas wieder gefunden werden soll, dass einmal nützlich, sinnvoll,genussreich, angenehm gewesen ist. Wahrnehmung findet das Gewünschte notfalls dort, wonichts dergleichen wahrzunehmen ist (Halluzination). Dieser Leerlauf der Gewohnheit (manchemodularisierte Curricula könnte man auch als Leerlauf der Gewohnheit bezeichnen) führtzu Sinnverlust und selten von selbst zur Chance der Bildung neuer Einstellungen.Kunst forscht an dieser Grenze der Einbildungen von Autonomie, kippt mal in die Nabelschau,verunglückt oder kritisiert die im Kapitalismus versprochene Möglichkeit absoluterSelbstverwirklichung durch permanente Innovation – oft durch Übertreibung: dauernd wasNeues.Forschung in der Kunst ist aber vielleicht die Suche nach Bleibendem durch dauernde Veränderung,ein Paradox. Eine Art subversiver Stabilität. Ebenso befasst sich künstlerische Forschungmit einer Kritik der Ideologie des Glücks (eine Thematik, die in wissenschaftlicherForschung, zumal in naturwissenschaftlicher) nicht vorkommt, aber den Alltag prägt. Hiersteht Kunst wiederum auf der Kippe, zwischen dem weinerlichen Betonen von Leiden amKörper, der Sexualität etc. und dem Beharren auf dem Vorschein anderer Glücksmöglichkeitenals den konsumistischen.Die Befassung mit Bildender Kunst in pädagogischen Aktionen bringt zur Auseinandersetzungmit Arbeiten, die die Grenze des Darstellbaren markieren und überschreiten. Bildung istdie gelebte Darstellung von Forschungsergebnissen im Lebenskontext.Kunstvermittlung ist Anwendung von Forschung aus der Kunst, zumindest die Anregung dazu.Damit dies gelingt und indem dies gelingt, wird das „Ich“, jenes festgefahrene, mit denTräumen von Autarkie und Selbstverwirklichung, der Ich-AG, geöffnet hin auf ein vielleichtstarkes soziales Band.Forschungsergebnisse aus der Kunst existieren nicht als fertige Substanz, sondern werdenwirksam erst in Beziehungen. Sie finden statt in einem intermediären Raum, zwischen Medienund durch Medien. Sie entstehen in einem Prozess der Übersetzung. Die sedimentiertenWerke oder die Kristallisationsformen künstlerischer Arbeit brauchen, der Partitur ähnlich,eine Aufführung, Performance. So wird die Wahrscheinlichkeit für Bildung erhöht. Mehrkann man nicht tun. Bildung kann man nicht intentional herbeiführen. Auch dazu führt diepädagogisch inspirierte Beschäftigung mit Kunst. Sie konfrontiert höchst anregend mit derGrenze der Lehr- und Lernbarkeit – und dann macht es wieder Spaß, dazu noch mit derNichtplanbarkeit und Beherrschbarkeit von Menschen. So gesehen wäre die Befassung mitKunst gleichzeitig ein ethisches Übungsfeld, gerade trotz und durch die Amoralität mancherKunst.
Deep Darkness – Über die Motivation Böses zu tun (Pazzini 2001)
Bedanken möchte ich mich für die Einladung, hier sprechen zu dürfen. Die Einladung kam kurzfristig. Und sie kam aufgrund eines Beitrages im Internet mit dem Titel „Für bedingte Unterstützung, gegen Terror und gegen Kriech“.
Ich werde die hier ausgestellten Werke von 19 Künstlern nicht interpretieren, jedenfalls nicht direkt. Sondern über die tiefe Dunkelheit des Bösen sprechen. „Wenn man spricht wird es heller“, heißt es in einer Traumdeutung Freuds. Und etwas über die Beweggründe beitragen, Böses zu tun. Und sie werden mir hoffentlich nicht böse sein, wenn ich dabei auf die weltpolitische Situation anspiele.
Das Böse – so will ich direkt eine Antwort versuchen – entsteht im inneren Ausland. Das ist das, was uns zusammenhält. Schon bei Kindern, nicht nur wenn sie Friedrich heißen. Friedrich war damals ein häufiger Namen als Heinrich Hoffmann 1846 den „Struwwelpeter“ schrieb. Vom Bösen Friedrich heißt es dort:
„Und höre nur, wie bös er war:
Er peitschte, ach, sein Gretchen gar!“
Eine zweite Kindergeschichte:
„Hab ich Böses heut getan, sieh es lieber Gott nicht an!“
Das ist ein Vers aus einem Kinderabendgebet. Offensichtlich rechneten die Verfasser damit, daß das Böse bei Kindern öfter vorkommt, jeden Abend die Frage danach auf dem Zettel steht.
Mein Bruder betet: „Hab ich Böses heut getan, geht es lieben Gott nichts an!“
Das war unorthodox. Solche Anwandlungen wurden für tendenziell bösartig gehalten.
Keiner tut etwas Böses an sich. Böses zu tun ist keine spezifische Form der Handlung, etwa wie laufen, Nase putzen, streicheln, reden.
Das Böse ist ein Relationsbegriff. Das Böse existiert nur im Verhältnis und im Gegensatz. Dem Bösen gegenüber muss sich mindestens einer als gut erklären. Und wenn er das tut, entsteht das Böse.
Das Böse existiert nur in einer polaren Anordnung. Gegenübergestellt ist natürlich das Gute.
Diese einfache Anordnung können wir uns nicht mehr leisten, die polare. (Konnte man sich eigentlich nie leisten.) Denn der absolute Bezugspunkt fehlt, von dem aus man in aller Ruhe die Beziehung betrachten könnte. Um wieder in diesen Stand zu komme, muss man gottähnlicher Fundamentalist werden, also fest davon überzeugt sein, dass man selber gut ist. Und Grund hat – keinen Grund mehr zu suchen. Und man deshalb alles andere vernichten muss. Dann ist alles wieder gut.
Ein Fundamentalist oder ein Terrorist ist jemand, der in die Enge gekommen ist, dessen labile Beziehungen, Relationen gerissen sind, zum Reißen gebracht wurden und dann verzweifelt, keine zwei Wege mehr offen hat. Wenn das nicht bemerkt wird, keine soziales Band mehr knüpfbar ist, dann sind diese Leute draußen, absolut draußen. Das kommt dem sozialen Tod gleich. Und dann ist es nicht mehr weit bis zur Selbsttötung.
Es gibt immer die Momente, wo andere die Chance hätten, ihr Gefüge zu dehnen, und einen anderen Kontakt zu versuchen. Wenn das nicht gelingt, und es kann misslingen, dann steht man ganz verletzlich da, weil dann auch die Schutzvorkehrungen, die labilen symbolischen und imaginären Grenzen, nichts mehr abhalten können.
Die müssen dann wiederhergestellt werden. Und es ist ziemlich klar, dass das dann gefährlich wird, weil ein Schiffsumbau bei Sturmflut auf hoher See notwendig wird, oder weil gleichzeitig ein anderes Sprechen, veränderte soziale Beziehungen und ein ganz realer Schutzschild notwendig werden. Die, die am gefährdetsten sind, die also, die die größte Nähe, zu den „Terroristen“, den Bösen haben, weil sie am wenigsten Halt in kulturellen Errungenschaften finden, sehen nur die wahnhafte Möglichkeit der Vernichtung des Bösen.
„Wir werden das Böse auf der Welt auslöschen“, sagt der Präsident Busch.
Befreiung aus diesem Wahn kann beide verletzen, die „Guten“ und die „Bösen“ wenn etwa die Grenze eine Glasscheibe ist.
Eine andere Methode gut zu werden, ist die bedingungslose Unterstützung dessen oder unbedingte Solidarität mit dem, der sich zum Guten erklärt. …
Zur vollständigen Version (pdf):
deep_darkness.pdf






